RIDING IN REAL HARMONY
RIDING IN REAL HARMONY

 Anbei einige Worte von mir zu Nuno Oliviera:

 

Nuno Oliveira war in meinen Augen ein Pferdemensch, der sich unheimlich gut mit den damaligen Reitlehren auskannte. Er hatte das Talent, die zu dieser Zeit bekannten Problematiken der unterschiedlichen Reitlehren, welche teilweise auch in Sackgassen bezüglich der Ausbildung des Pferdes führen konnten, zu erkennen. Nuno Oliveira hat viel mit Gefühl gearbeitet. Er richtete ein bedeutendes Augenmerk auf die Persönlichkeit der Pferde. Diese sollten sich grundsätzlich in geschmeidigen Bewegungen bewegen. Leider wird er sehr oft wegen seinem vermeintlichen Körpereinsatz kritisiert. Grundsätzlich ist dies absolut nachvollziehbar. Jedoch hatte er auch das Pech, diese Pferde nicht lange reiten zu können. Und jeder Reiter weiß, dass die hoffentlich sorgfältig und fein erteilten Hilfen bei einem jungen und unausgebildeten Pferd ohne Balance deutlicher ins Auge fallen werden, als wie es bei einem gut ausbalancierten und fortgeschrittenen Pferd der Fall wäre. Dennoch, er ritt zwar mit einem gewissen Körpereinsatz, aber dabei war er so sanft zum Pferd, dass die von ihm gerittenen Pferde, sehr elastische Bewegungen mit einem wunderbar schwingendem Rücken zeigen konnten. Er hat versucht, die Pferde nach den ihren individuellen Beschaffenheiten bestmöglich zu fördern. Er hat sie auch einfach mal ausprobieren und machen lassen. Dafür präsentierten sich diese Pferde voller Elan, mit einem stolzem Ausdruck, einer hohen Beweglichkeit und einer eleganten Leichtfüßigkeit! Da diese Bewegungen für das Pferd sehr anstengend sind, war auch er darauf angewiesen abzuwarten, bis das Pferd die notwendige Kraft erlangt hat. Er fragte bei seinen Pferden an - seine Pferde baten an. Interessanterweise ritt er bevorzugt Pferde von weniger exelentem Exterieur, auch wenn diese ihm des öfteren angeboten wurden, lehnte er ab. Vielleicht wollte er den Reitern zeigen, dass durch pferdegerechtes Reiten jedes Pferd individuell zu förden ist.

 

Anbei einige Zitate von Nuno Oliviera

 

"Reitkunst fängt an mit Vervollkommnung des Einfachen."


"Das Geheimnis beim Reiten ist, weniges richtig zu tun."

 

"Ich will keine Reiter, die sich anstrengen. Arbeiten Sie durch Nachdenken."

 

"Schulterherein ist das Aspirin der Reitkunst: Es heilt alles."

"Schulterherein bedeutet ein Durchreiten der Ecke, welches sich bis zum Ende der langen Reitbahn fortsetzt."

„… Diese Zeilen über das Schulterherein möchte ich damit beenden, indem ich daran erinnere, daß jede Ecke ein Stückchen Schulterherein ist und daß es vier Ecken gibt“

„Gib dem Pferd die Haltung (die es zum Ausführen benötigt) – und lass es gewähren!”

 

„Ein Pferd ausbilden heißt vor allen Dingen zu fühlen und sich zu zwingen, nachdem man gefühlt hat, zu helfen und nicht zu zwingen.“

 

„Anmut ist eine schöne Zierde der Kunst. Ohne Anmut gibt es kein feines Reiten, und ohne Feingefühl kann man nicht an Kunst denken.
Härte, Gewalt und Kraft sind die Mitgift der Mittelmäßigen, die niemals wahrhaftig sein wollen.“

 

"Ich glaube, dass es zwei Arten von Reitern gibt, solche, die ihr Pferd recht geschickt wie ein Werkzeug benutzen, und solche die es lieben und die wollen, dass es alle Eleganz zum Vorschein bringt, die es nur haben kann." "Die ersten sind nicht weniger Experten als die letzteren. In Dressurprüfungen mögen sie gar überlegen sein, weil sie nie das Risiko eines Fehlers aufgrund eines Nachgebens der Hand oder zugunsten der Légèreté eingehen. Die letzteren sind immer in Gefahr die verkannten Meister dieser Kunst zu sein. Von der großen Masse der Reiter werden sie nicht verstanden, da diese den Unterschied in den eingesetzten Mitteln nicht erkennen.""Nur die letzteren genießen jenes echte Vergnügen, ein Pferd unter dem Sattel zu haben, das ohne Zwang mitarbeitet, wie ein Freund."

 

Anbei ein kleiner Tipp. Um bis dahin zu kommen muss das Pferd sich losgelassen bewegen können. Der bedachte Reiter stellt sich die Übung im Geiste klar vor. Ein Reiter, der es gelernt hat sich instinktiv mit seinem Pferd als Einheit auszubalancieren, richtet dementsprechend seinen Körper aus. Dementsprechend kann ein so ausgebildetes Pferd den Reiter leichter verstehen. Somit ist es eine Grundvoraussetzung, damit das Pferd die Ausführung auf die Hilfen überhaupt erst umsetzen kann. Das bedeutet auch, dass ein unstimmiges Ausbalancieren die falsche Umsetzung zur Folge haben kann. Wenn man diesen Pfad verstanden hat, kann man die Kommunikation auf der geistigen Ebene mit dem Pferd verfeinern. Dies hat dann einen philosophischen Charakter. Dieser Weg ist einigen Reitern leider noch fremd.  

 

Anbei einige weitere tolle Zitate von bekannten Pferdemenschen:

François Baucher:

"Hand ohne Beine, Beine ohne Hand."

 

"Das Maul des Pferdes ist das Barometer seines Körpers."

 

"Hab also acht, Reiter, auf dich selbst.
Ist dein Pferd stützig, heftig, ungefügig, so dürfen wir keck die Behauptung aufstellen, dir gebricht es an liebenswürdigem Charakter oder richtiger Methode."

 

 

Bent Branderup:

"Mein Pferd ist mein Spiegel, der meine schlechte und gute Laune unverfälscht wiedergibt. Sieh hinein in die Augen Deines Pferdes, aber erschrecke nicht über die Wahrheit."

 

 

Gustav Steinbrecht:

"Der Reiter sollte sich stets auf den gemeinsamen Körperschwerpunkt von Pferd und Reiter ausbalancieren.

Abweichungen davon sind Fehler oder beabsichtigte Hilfen.

Kurze Erklärung hierzu:
Bei Remonten ist das sehr oft der Fall. Mann muss diesen die Arbeit ggf. erleichtern, damit sie die Hilfen verstehen, und umsetzen können. Untrainierten Pferden fehlt es diesbezüglich oft an der notwendigen Tragkraft. Z.B Hilfen können anfangs deutlicher oder verständlicher gegeben werden, ohne dabei grob zum Pferd zu werden. Diese sollen mit fortschreitendem Ausbildungsstand geringer werden! Bei diesen Pferden sitzt man auch kaum im Belastungssitz, sondern eher und öfter mal in einer Art Entlastungssitz, welcher den Rücken leichter unter den Reiter durch schwingen lässt. Damit meine ich nicht das Leichttraben oder auch nicht den leichten Sitz. Habe ich schlussendlich das durchgebildete Pferd, welches ich mit Leichtigkeit am Sitz, dem weichen und fast unsichtbaren Schenkeldruck und der feinen Hand, vielleicht auch durch geistige Kommunikation führen kann, ist der Reiter in der Lage auf die einzelnen Glieder des Pferdes bewusst einzuwirken, um diese ggf. zu belasten,oder zu entlasten. Somit kann der Reiter die Bewegungen des Pferdes bewusst beeinflussen."

 

"Um daher in diesem wichtigen Punkt nicht mißverstanden zu werden, wiederhole ich in Kürze noch einmal, daß diejenige Körperhaltung des Reiters die normale ist, die seinen Schwerpunkt mit dem des Pferdes in Übereinstimmung bringt. Abweichungen davon sind entweder Fehler im Sitz oder beabsichtigte Hilfen. Ich wiederhole ferner, daß der Bereiter bei der Bearbeitung des Pferdes je nach dessen Ausbildungsgrad an eine bestimmte Richtung seines Körpers, die vorgeneigte, die senkrechte oder die zurückgeneigte gebunden ist, wohingegen er beim durchgerittenen Pferde, das stets das Gleichgewicht mit ihm sucht, durch Verlegung seines Gewichtes auch den Schwerpunkt des Pferdes beliebig vorwärts oder rückwärts verlegen kann. Ebenso kann er durch entsprechendes Seitwärtswirken seiner Körperschwere jedes einzelne Hinterbein nach Belieben stärker belasten sowie durch seine Gewichtshilfen überhaupt auf jede Bewegung des Pferdes hemmend oder fördernd einwirken. Es versteht sich von selbst, daß bei allen Gewichtshilfen Hand und Schenkel sich entsprechend zu beteiligen haben. Je geringer aber ihre Mitwirkung sein kann, um so größer ist die Vollkommenheit der Dressur."
(Gustav Steinbrecht, 1885)

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"Das durchgebildete Pferd wird durch den stetigen, feinen Gleichgewichtssitz seines Reiters so empfänglich für die Hilfe der Gewichtsverlegung, daß es fast schon dadurch allein in seinen Schulen zu erhalten ist, weil es in dem Bestreben, mit seinem Reiter in Harmonie zu bleiben, unwillkürlich der Richtung folgt, die dieser durch seine Haltung andeutet."

(Gustav Steinbrecht, 1885)

 

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"Wie der Blinde den zu prüfenden Gegenstand ganz sanft und leise mit den Fingerspitzen berührt, um nicht durch zu starken Druck die Tätigkeit der feinen Nerven zu beeinträchtigen, so ist es auch für den Reiter erste Bedingung, diejenigen Teile seines Körpers, durch die er sein Pferd zunächst fühlt, weich und natürlich zu belassen. Erfüllt sein Sitz diese Bedingung, so wird er bald die Bewegung der Pferdebeine fühlen, einzeln unterscheiden lernen und dadurch die Mittel gewinnen, so unbedingt über sie zu gebieten, als wären es seine eigenen."
(Gustav Steinbrecht, 1885)

 

 

B.H. von Holleuffer, 1882:

Da ist es wieder das leider oft unbekannte Problem. Erstrebenswert ist das Pferd als Rückengänger! Daher ist dieses u.g. von B.H. von Holleuffer Zitat sehr gut.

 

"Eins der wichtigsten Zitate zum Thema Reitkunst "Das ganze und einzige Ziel der sogenannten alten Reitkunst war und besteht noch- die geborenen Rückengänger zu conservieren, mässige vermehrt auszubilden und reine Schenkelgänger zu Rückengängern umzuwandeln." ( B.H. von Holleuffer, 1882)

 

 

Otto de la Croix:

Das u.g. Zitat von Otto de la Criox beschreibt wunderbar die Ursache und begründet eine leider so oft und vielfach anzutreffende Auswirkung! Der Kern sagt ganz klar, lasse es zu, dass dein Pferd den Rücken aufwölben kann! Und dass diese oft anzutreffende versteifte und fehlerhafte Sitzausführung im Gesäß und im Schenkel zur Ursache hat, dass die Pferde davon eilen, und in Folge dessen der Reiter die Zügel immer kürzer nehmen muss!!!! Ein Teufelskreis beginnt...

 

"Man findet sehr oft Reiter, die für das Auge einen guten Sitz haben, denen aber alle Pferde fest werden. Bei genauerer Prüfung findet man, daß alle diese Leute mit totem, fest in den Bügel gestemmtem Unterschenkel reiten, zugleich aber mit dem Gesäß auf das Schärfste einsitzen. Was soll das Pferd unter einem solchen Reiter anfangen? Seine Hinterbeine werden auf das Energischste vorgetrieben, aber wo es mit ihnen bleiben soll, ist unerfindlich. Denn das Gesäß erstickt jeden Versuch des Pferdes, den Rücken aufzuwölben. Es kann nur gegen, nie unter den Sitz des Reiters treten, und das ist gerade das charakteristische Merkmal des stürmenden Pferdes. Natürlich muß nun, dem Andrang gegen die Hand zu steuern, der Zügel immer kürzer genommen werden; zu den Schmerzen in Rücken und Hinterhand gesellen sich die in den Ganaschen, und das Pferd wird von Tag zu Tag fester."
(Otto de la Croix, 1910)

Egon von Neindorf: 

"Wenn dein Pferd einen Fehler macht, so suche die Ursache bei Dir. Und solltest du sie nicht finden, dann suche gründlicher" 

 

Waldemar Seunig:

"das Zwiegespräch zweier Körper und zweier Seelen, das dahin zielt, den vollkommenen Einklang zwischen ihnen herzustellen." 

 

Kurt Albrecht:

"Je höher die Anforderungen sind, die an ein Pferd bei seiner Ausbildung gestellt werden, desto höher müssen auch die Anforderungen sein, die der Mensch an sich selbst zu stellen hat. Schon allein die Tatsache, von einem völlig andersgearteten Lebewesen verstanden und respektiert zu werden, vermag einem nicht völlig Gefühlsarmen genügenden Dank für jede geistige und körperliche Anstrengung sein." 

 

Alois Podhaisky:

Das Pferd lehrt den Menschen Selbstbeherrschung, Konsequenz und Einfühlung in Denken und Empfinden eines anderen Lebewesens – es fördert also Eigenschaften, die für unseren Lebensweg außerordentlich wichtig sind. Ein wahrer Jünger der Reitkunst wird darüber hinaus durch den Umgang mit seinem Pferd lernen, dass nur die Liebe zum anderen Lebewesen und das gegenseitige Verstehen das Erreichen von Höchstleistungen ermöglichen." "Die Grundsätze der Reitkunst stehen fest – man hat nur keine absolut gültigen Regeln für den Weg, der einzuschlagen ist. Das gründliche Studium dieser Grundsätze hat im Laufe der Jahrhunderte Erfahrungen sammeln lassen, die dem Reiter von heute jederzeit als Anleitung dienen können und unnütze Zeitvergeudung mit untauglichen Versuchen verhindern sollen. Dagegen gibt es keine Vorschriften für den Fall auftretender Schwierigkeiten; Mittel, die sich bei dem einen Pferd als wirksam erweisen, können bei dem anderen ohne Erfolg sein. Man kann eben das Reiten, wie so vieles im Leben, nicht aus Büchern allein erlernen. Es wird vielmehr ein ständiges Ausprobieren der verschiedenen Möglichkeiten zum vollen Erfolg führen."

 

Manuel George Oliviera und Übersetzungen (Autor teilweise unbekannt)

"Reiten ist vielmehr Philosophie, die Intensivierung des Lebens, die Verdichtung der Gefühle und vor allem ist es eines: lernen geduldig zu sein, und dem Pferd zuzuhören."

 

"Society kills the instinct."

 

"Perfection kills a lot of Riders and Horses."

 

"If the mouth stays quiet, the energs ist stuck."

 

"Riding is a lesson of life."

"Riding is a spirituality."

"Horses in Balance are never in Stress."

"THE PROCESS TO BECOME A RIDER IS THE M;OST BEAUTIFUL THING."

Aus der Bücherreihe Vertikal 1-3:

"Das Pferd muss unter dem Reiter seinen Hals benutzen dürfen, um wirklich zu seiner Balance finden zu können. Den Hals nutzen zu dürfen bedeutet allerdings nicht ihn lang und tief zu tragen, sondern frei zu sein, im Einsatz des Halses." (Buch: Vertikal 2)

 

„The back pays the bill of the neck“ − der Rücken zahlt immer die Rechnung des Halses. 

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"If your horse is in trouble, give him reins !"
Wann immer Sie an einen Punkt kommen, an dem ihr Pferd, durch die ihm gestellten Aufgaben, Stress zu haben scheint, liegt es zumeist daran, dass es in Spannung / Verspannung gerät. Oft auch durch die eigene Anspannung, vor allem in ungewohnten Übungssituationen! 
Machen Sie ihm Platz, geben Sie ihm Luft, helfen Sie ihm, seine Balance wieder zu finden, indem Sie den Zügel geben! Sie werden sehen,
dies wirkt wahre Wunder. (Quelle: Buch "WISE Words - WAHRE Worte)

 

 

Xenophon:

„Deine Hand darf unter keinen Umständen das Pferd im Maul stören. Erziehe dich dazu, in jedem Fall Ruhe zu bewahren und deine Emotionen zu kontrollieren. Gib Zornesaufbrüchen keinen Raum.“

 

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©Bild, und Text, Mandy Mittman- Riding In Real Harmony 2014