RIDING IN REAL HARMONY
RIDING IN REAL HARMONY

Das Schultervor/-herein, Kruppe herein:

Das Schulterherein ist eine der wichtigen Lektionen, um ein Pferd gerade zu richten, und um die Tragkraft der Hinterbeine zu fördern. Man nutze einen gedachten Winkel von ca. 35- 40 Grad. Wenn noch beim Schultervor auf 3 Hufschlägen gearbeitet wird, sollte dies im Schulterherein mehr und mehr auf 4 Hufschlägen erfolgen. Das Pferd sollte eine ausgeglichene Biegung aufweisen. Man versucht die Schulter des Pferdes nach Bedarf nach "innen" treten zu lassen, ohne dabei das vortretende Hinterbein zu stören. Es ist von großer Wichtigkeit, dass in der Seitwärtsbewegung die Pferdebeine nicht gegeneinander wirken. Das bedeutet, dass innere Hinterbein vor das äußere Hinterbein treten soll. 

Das korrekte Schulterherein sehe ich als eine wertvolle Grundlage zum Geraderichten des Pferdes an. Richtig angewendete Seitwärtsbewegungen, oder das saubere Reiten von Übergängen fördern das Gleichgewicht. Auch hier sehe ich die Biegearbeit besonders in der Bewegung als sehr hilfreich an. Um dem Pferd bei diesem Weg zu helfen, muss der Reiter sensibel und feinfühlig sein. Durch die bedachte Verkürzung des Vorwärtsschwunges in diesen Übungen kann man zudem auch die Kadenz fördern.

Kräftigung der Hinterhand:

Die Schulparade:

Für eine korrekte Aufrichtung ist die gekräftigte Hinterhand eine wichtige Vorraussetzung. Durch sorgsames und bedachtes Training Hinterhand, lernt das Pferd vermehrt Last auf der Hinterhand aufzunehmen. Mit dem Fortschritt der Tragkraft wird die Hankenbeugung besser und das Reiten eines solchen Pferdes wird immer mehr zur Freude.

Ausgehend von der Grundlage, dass das Pferd lernt sein Gewicht mehr und mehr auf die Hinterhand zu verlagern, könnte man die Schulparade als ein hilfreiches Mittel zur gesamten weiteren Schulung des Pferdes nutzen.
Hat das Pferd diese Lektion verstanden, kann man diese sehr flexibel zur Stärkung der Hinterhand einsetzen. Man kann sie ebenso vielseitig, wie die Stellungen und Seitengänge einsetzen. Je nachdem, welches Bein man stärken möchte, oder wo man die Balance förden will. Im fortgeschrittenen Stadium ist die Hinterhand so weit gebeugt, dass die gestreckten Vorderbeine immer weniger Platz zwischen Körper und Boden haben. In Folge dessen, wird das Pferd dazu neigen ein, oder beide Vorderbeine anzuheben. 
Daraus lassen sich, je nach Veranlagung der Pferde weitere Übungen ableiten. Ebenso wie die Verbesserung der Versammlung oder Selbsthatung, ist die Erarbeitung der Levade etc. möglich.

Enge Wendungen und Volten könnten dem Pferd schaden, wenn sie ohne Sinn und Verstand angewendet werden. Besonders anfällig sind die Pferde, welche aufgrund fehlender Balance dazu neigen auf die Vorhand fallen oder die Wendungen mit zu eiligen Schritten, einem festem Rücken und mit weggestreckten Gelenken ausführen.

Es wird sicher jedem Reiter klar sein, wie weit er sein Pferd an die Belastung heran führen kann, ohne es zu überlasten. Korrekt angewendete Volten und enge Wendungen sind jedoch ein wunderbares Mittel um sein Pferd "gerade zu richten" oder zu lösen. Man könnte diese zur Dehnung, zur Kräftigung und zur Biegung des Pferdes als unterstützende Maßnahme anwenden. Jedes Pferd hat eine natürliche Schiefe und eine kürzere Seite. In Verbindung mit dem Schulterherein, Travers etc....kann man das Pferd dazu bringen, die Geraderichtung des Pferdes zu verbessern und folglich die Hinterhand zu kräftigen. 

Um die gleichmäßige Hankenbeugung beider Hinterbeine anzustreben sollte man zuvor erst das eine Bein z.B. im Rahmen gebogenen Linien geschmeidig machen und kräftigen. Während dessen kann sich das andere Bein unter der geringeren Belastung gewissermaßen etwas erholen. Danach wird das zu belastende Bein gewechselt.
Die Wendungen reitet man auch nur in dem Grade, wie es das Pferd ohne Verspannung auszuführen vermag (natürlich ohne Hilfszügel etc.) Dies wird am Anfang nur für wenige Schritte und in der Gangart im Schritt der Fallsein. Sollte man die nächste Gangart wählen, ist auch hier zu beachten: lieber wenige schöne kadenzierte Tritte reiten, die frei von Verspannungen ausgeführt werden, als viele unschöne Tritte. Hierfür ist das Thema des vernünftigen und sinnvollen Schenkeleinsatzes von großer Bedeutung. Bei Volten und Wendungen kann man sich die Ecken derart zu nutze machen, dass die Hilfen reduziert werden könnten, sobald sich das Pferd aufgrund zureichender Tragkraft in der Hinterhand anbietet. Dies jedoch nur soweit anwenden, solange das Pferd seine Balance von selbst halten kann und es frei von Verspannungen bleibt. Die Bereitschaft zum Vorwärts muss stets erhalten bleiben. Geht sie verloren, bringt man das Pferd wieder in das "Geradeaus" und lässt es seinem Typus angepasst im Vorwärts seine Balance wiederfinden, mit dem Ziel den losgelassen schwingenden Rücken zu erhalten. Auf ausreichende Erholungsphasen ist zu achten.

Die halben Tritte und die Piaffe:

Für eine Piaffe mit bergauftendenz und richtiger Hankenbeugung, wo alle Gelenke der Hinterhand gleichmäßig ihren Anteil an der Arbeit tun, bedarf es sehr viel Zeit in der Pferdeausbildung. Optimal wäre es, wenn das tragende Vorderbein nicht rückständig wirkt und die Hinterbeine kadenzierte Bewegungen aufzeigen, ohne dabei eilig zu werden. Das Pferd braucht für diese Lektion Tragkraft, Balance und Geschick. Ich stelle fest, dass die heute oft gut im Blut stehenden Pferde unheimlich geschickt im Schub nach vorne sind, aber das ist im Rahmen gesetzter Übungen ein echtes Problem. Sie müssten unter dem Reiter erst die rechte Balance zwischen ihrer Schubkraft zur Tragkraft entwickeln, damit sie mit ihren eher abschiebenden Bewegungen nicht zu stark negativ auf die noch tendenziell bergablastige Vorhand einwirken.

Diesen Pferden sollte man zunächst dabei helfen, ihre unzureichend gekräftige Hinterhand zu stärken. Dafür ist viel Zeit und Geduld notwendig. Natürlich dürfen wir dabei den Rücken des Pferdes nicht vergessen. Hier ist ein besonderes Augenmerk darauf zu richten, dass dieser stets locker mit schwingt. Erst müssen die notwendigen Grundlagen gelegt werden, damit die Lektionen nicht verschleißend auf die Gelenke des Pferdes einwirken. Sie sollten im Rahmen der korrekten Ausbildung kräftigend auf den Bewegungsapparat einwirken. Wie schnell passiert es sonst, dass die Pferde unerwünschte Ausweichhaltungen annehmen. Hierfür sind die halben Tritte im Schritt und dann im Trab eine mögliche Hilfe zur Erarbeitung.

Die Schulen über der Erde

Die Levade/Pesade/Steigen:

Bei der Levade verlagert das Pferd sein Gewicht auf die gebeugte Hinterhand, und erhebt sich mit der Vorhand in einem Winkel von weniger als 45 Grad zum Boden.

Ist der Winkel größer als 45 Grad zum Boden spricht man von einer Pesade. Bei beiden Lektionen sollte das Pferd, je nach Kraft in der Hinterhand, eine gewisse Zeit in dieser Haltung ausbalanciert ausharren können.

Je nach dem Typus, dem Ausbildungrichtung und der Kraft des Pferdes können diese aus der Schulparade, oder dem vermehrten Untertreten der Hinterbeine unter dem Schwerpunkt entwickelt werden.

Ich erachte die Levade, als die schwierigere Lektion, da sie mehr Kraft, als Balance erfordert. Anbei einige Bilder bei deren Entwicklung:

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
©Bild, und Text, Mandy Mittman- Riding In Real Harmony 2014