RIDING IN REAL HARMONY
RIDING IN REAL HARMONY

Bilderreihe Beispiele:

  • Bild 1)

Zeigt einen Maßsattel für mein Pferd. Ich habe mich bewusst für einen flachen Sitz entschieden. Ich wiege ca. 70 Kg und bin 186 cm groß. Aufgrund meiner Oberschenkellänge habe ich mich für die Sitzgröße 18 Zoll entschieden. Dieser Sattel ist ein Monoblattsattel mit aktivem Twist. Er hat keine Pauschen, lediglich eine kleine und sehr weiche Umpolsterung der vorderen Gurtstrupfe, um den Trapezmuskel nicht einzuschränken. Ich finde diese meist punktuell zu weit vorne einwirkenden Gurtaufhängungen recht ungünstig.  Der Unterschenkel des Reiters hat dadurch zwar mehr Platz, aber der Komfort des Sattels für das Pferd nimmt in diesem Maße ab. Ich habe  mit den  farblichen Skizzierungen die gewünschte Position  der Strupfen und des Gurtes eingezeichnet. Aber man sieht an diesem Beispiel, dass dies nicht möglich ist, wenn die Gurtaufhängung und die Gurtung nicht aufeinander abgestimmt sind. 

Die Gurtaufhängung sollte daher so ausgelegt sein, dass sie die Strupfen in die Richtige Lagen bringen können. Hier sind laufende Gurtaufhängungen von Vorteil, die sich unter den Sattel bestmöglich gleichmäßig verteilen können, um die Strupfen somit besser platzieren zu können. Der Gurt sollte so angelegt werden, dass der Ellenbogen des Pferdes nicht eingeschränkt wird und lang genug sein, dass er das Pferd bestmöglich abdeckt. Wenn man nun die Gurtstrupfen mit der Sattelgurtlage vergleicht, sollten keine ungünstigen Zugkräfte wirken. Sie sollten gleichmäßig auslaufen. Je besser diese senkrecht auslaufen können, umso weniger ungünsige Zugkrüfte wirken ein, die den Sattel z.B. nach vorne oder hinten ziehen. Ist dies nicht der Fall, sollte die Ursache abgestellt werden. 

 

  • Bild 2)

Zeigt, einen Sattel, der für dieses Beispiel in einer zu weit vorne liegenden Gurtlage gegurtet wurde. Selbst wenn man recht fest angurten würde, würde dieser Sattel so immer wieder dazu neigen nach vorne zu rutschen, wenn er in der Kammer so weit gewählt wird, dass das Pferd ausreichend Platz im Berech um den Trapezmuskel und Widerrist hat. (Zu fest angegurtete Pferde könnten beim Pferd Atemprobleme auslösen). Würde man nun dieses Vorrutschen durch eine zu  enge Kammer kompensieren wollen, wird es nicht lange dauern, bis erste Teile vom Trapezmuskels/ langen Rückenmuskels darunter Schaden erleiden könnten. An diesem Beispielbild könnte die Sattelunterlage noch etwas mehr und gleichmäßiger aufgepolstert werden, damit der Sattel im Sinne der besseren Balance vorne etwas "angehoben" wird. Die Strupfenpostiton lässt sich nicht an jedem Sattel verändern. Es gibt bereits sinnvolle Sattelgurtvarianten, die hier stabilisierend unterstützen.

 

  • Bild 3)

Zeigt einen Fellsattel

 

  • Bild 4 ) und 5) 

zeigt einen Lederbaummaßsattel

  • Bild 6.)

Filzsattel

 

Unten aufgeführtes Video: Filzsattel

 

Folgende Kriterien sollte ein guter und passender Sattel erfüllen:

 

  • Ausreichend breiter Wirbelkanal/ Wirbelsäulenfreiheit/Widerristfreiheit (Die Wirbelsäule/Widerrist sollte auch während Bewegung nicht an den Sattel stoßen). 
  • Eine große, breite und weich gepolsterte Auflagefläche, um das Reitergewicht bestmöglich zu verteilen. Zu stark aufgepolsterte Auflagen nehmen eine runde und festeres Form an, die in Verbindung mit einer kleineren Auflagefläche einhergeht, und dem Pferd den notwendigen Komfort nimmt.
  • Der Sattel/Sattelbaum darf die Bewegung (auch die seitliche/gebogene) des Pferdes nicht einschränken.
  • Schulterfreiheit
  • Der Bereich um den Trapezmuskel sollte wenn möglich kaum quetschendem Druck ausgesetzt sein.
  • Ein Pferd hat im Stehen eine andere Rückenform und Breite als in der Bewegung. Dies sollte der Sattel zulassen. Daher ist Vorsicht geboten, wenn der Sattel nur im Stehen am entspannten Pferd angepasst wird. Für freie Bewegungen kann es gut sein, dass das Pferd 2 Kammerweiten mehr Platz benötigen würde.
  • Der Sattel muss so liegen, dass die Schwerpunktlinie von Reiter und Pferd im Einklang ist.
  • Der Sattel selbst muss im Schwerpunkt liegen.  Nur so kann er das         Reitergewicht gleichmäßig verteilen
  • Der Gurt darf den Sattel nicht in eine unerwünschte Sattellage ziehen  (zu festes Gurten ist Stress für das Pferd, und ist bei einem passenden Sattel unnötig).
  • Der Gurt sollte ausreichend lang sein, und nicht das Pferd im Bereich vom Ellenbogen einschränken.
  • Die Ortenden sollten nicht auf die empfindlichen Schulterknorpel stoßen und den Trapezmuskel einengen. Besonders in der Bewegung mit großem Raumgriff wird dies für das Pferd unangenehm. (Leider werden viele Sättel z.B. auch englische Sättel direkt hinter der Schulter angepasst. Leider geschieht dies auch in Verbindung mit recht engen Kammern/ Kopfeisen, um dem Sattel nen notwendigen Halt zu geben, damit diese nicht seitlich verrutschen können. Dies geschieht meiner Ansicht nach auf Kosten des Komforts für das Pferd)
  • Oftmals sind die Sättel im Bereich um den Widerrist, auch dahinter zu eng geschnitten, damit der Reiter bequem sitzen kann.
  • Die Steigbügelaufhängung wirkt Druckausgleichender, wenn sie über dem Sattelbaum verläuft (z.B wie bei den alten Armeesätteln oder den Stocksätteln). Hingegen wird bei den meisten Englischen Sätteln diese direkt an dem Kopfeisen, oder kurz dahinter befestigt. Damit wirkt jedoch ein sehr hoher punktueller Druck z.B. vom Steigbügelriemen, besonders beim Leichttraben, beim Leichten Sitz und beim Springen (auch hier spielt das Reitergewicht eine große Rolle) recht punktuell auf das empfindliche Rückengewebe des Pferdes ein, was ebenso zu atrohierten Rückenmuskeln führen kann. Eine sinnvolle Polsterung und Sattelunterlage ist hier ebenso von großer Bedeutung. Leider nimmt mit dem Komfort der Polsterung für das Pferd der Kompfort für den Reiter deutlichst ab, da der Reiter das Gefühl bekommt, wer würde auf einer breiten Tonne sitzen, was dazu führen kann, dass das Bein (Oberschenkel- Knie) des Reiters vom Pferd weg kommt.

 

Nun möchte ich noch einige Erfahrungen diesbezüglich anbringen:

Wenn ein Pferd bereits atrophierte Muskeln hat, werden diese sich nicht ausbilden, wenn der Sattel sprichwörtlich in diese "Mulde eingearbeitet" wird!

Hier sollte man den Sattel an der ursprünglichen Rückenform (gesunder und korrekt bemuskelter Rücken) des Pferdes anpassen. Die fehlenden Muskeln sollten anfangs durch eine besonders weiche und flexible Polsterung ersetzt werden.

Aber auch eine weiche Satteldecke bei einem passenden Sattel ist von Vorteil, da das Pferd in der Bewegung aufrundet. Eine solche Sattelunterlage kann als ein sogenannter Platzhalter sehr gute Dienste erweisen.

Wenn man sich nun der Problematik bewusst geworden ist, und seinem Pferd etwas gutes tun will, dann sind zu dem passenden Sattel, den richtigen Hufen,  der richtigen Haltungsform etc. die sinnvolle Bodenarbeit und die gemütlichen Schrittausritte ohne Zwang eine sinnvolle Ergänzung.

 

Wir sollten uns wieder daran gewöhnen, dass gerade und breite Rücken die gesünderen sind, statt die durchbogenen mit atrophierten Muskeln und hohen Risten.

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©Bild, und Text, Mandy Mittman- Riding In Real Harmony 2014